Eine Photovoltaikanlage rechnet sich nicht?

Gedanken zur Anschaffung einer Photovoltaikanlage

Ich möchte Sie einladen meinen Gedanken zu folgen: Schön das Sie hier sind. Ich hoffe Sie lesen meine Zeilen nicht nur weil ich eine so provokative Aussage als Titel gewählt habe. Denn so kann nun ein Teil von Ihnen, werte Leser  zustimmen „Ha, mein Reden. So sehe ich das auch. Einerseits gibt es eine Menge Produkte in die man investieren kann und andererseits gibt es keine Förderung mehr und es kann sich nicht lohnen. “ So oder so ähnlich könnten Gedanken Unwissender lauten. Der informierte Teil meiner Leser widerspricht nun sicherlich vehement.

Berichtet teils aus eigener Erfahrung oder resümiert die erlangte Kenntnis. Eins vorweg: Der Titel des Blogeintrages ist als Provokation zu verstehen. Eine Provokation die mir in den letzen Tagen zweifach untergekommen ist. Zugegeben sie ist nicht neu, immer wieder wird die Meinung transportiert und tangiert hier und da meinen Weg. Fakt ist, Photovoltaik lohnt sich – immer noch!

Photovoltaik, Strompreis
Strompreis fällt und die Verbrauchern haben nichts davon.

Beharrliche Ignoranz oder ist Strom schlicht unbedeutend?

Wie komme ich zu dieser eher harten Überschrift? Das kann ich Ihnen gern erläutern. Immer wieder kommen Fragen nach Sinn und Unsinn einer Photovoltaikanlage auf mich zu. Sehr gern debattiere ich mit meinen Mitmenschen über die Energiewende und die Politik der Förderung durch das EEG. Eins fällt mir dabei immer wieder auf. Die Stromkosten, Stromgestehung und das EEG haben sehr wenig mit dem deutschen Alltag einer Familie im Reihenhaus zu tun. Urlaube in Österreich führen durch Landstriche Deutschlands, ja es geht hier um Bayern, die kaum ein Dach bietet welches nicht mit Photovoltaik belegt ist. Am Wochenende gehen wir in Stadien die mit Photovoltaik belegt sind oder arbeiten in Firmen die mit Solarstrom Produktion und Licht speisen.

Photovoltaik, Energie Regenerativ
Freilandanlage zur Stromgewinnung

Was machen die Einwohner Bayerns und Baden – Württembergs richtig, das sind die Bundesländer mit der höchsten installierten Gesamtleistung? Wieso merken wir uns das keine 10 Tage nachdem wir es gesehen haben? Wenn ich jetzt für uns in Mitteldeutschland spreche, denken wir wirklich das unsere Nachbarn in Bayern Ihre Dächer mit Photovoltaikmodulen belegen und dabei kein Geld verdienen? Das Gegenteil ist der Fall, davon können Sie ausgehen.

Motivation für eine Anschaffung

Haben Sie sich noch nie diese Frage gestellt? Wieso  so viele Erneuerbare Energien nutzen? Ist es das Umweltbewusstsein?

Ganz ruhig können wir inkonsequent Müll trennen, haben wir doch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Eine Anlage die regenerativ Strom erzeugt. Unser Umweltbewusstsein ist in der ganzen Straße zu sehen und das ist auch gut so. Hier wünsche ich mir eher eine stolze Brust anstatt Unterstatement. Oder ist es wohl doch eher ein Zusatz im grüner werdenden Alltag.

Ja auch das ist mir in meiner Laufbahn mit Kunden schon passiert. Aus Angst vor Neidern, bitte nicht so öffentlich mit mir als Kunden werben war seine Bitte nach Abschluss der Installation. Dennoch  hoffe ich das es den ein oder anderen stolz macht sich z.B. ein wenig unabhängig zu machen. Diese Unabhängigkeit nennt man Autarkie und beschreibt in Prozent den Anteil an Energie die im Haushalt verbraucht wird nachdem sie selbst erzeugt wurde. Zu diesen Teilen ist man von weiteren Strompreissteigerungen ausgenommen. Der Grad der Autarkie ist direkt mit Ihrem Portemonnaie verbunden. Denn hier finden Sie das Geld das Sie nun übrig haben.

Verlängern Sie Ihren Urlaub. Kaufen Sie das neue Terrassenmöbel. Mit den Kindern in den Freizeitpark nun vier statt einmal im Jahr. Kaufen Sie was Sie sich wünschen oder sparen Sie auch hier – wie Sie wünschen.

Denn es ist auch in naher Zukunft nicht zu erwarten das die Strompreissenkungen an uns Verbraucher weitergereicht werden. Da müssen wir schon selbst ran. Ja sie haben richtig gelesen, der Strompreis sinkt unaufhörlich.

STROMKOSTEN, Energie Sparen
Sinkender Strompreis – steigende Stromkosten. Sie sollten Einsparpotenziale ausschöpfen

Lohnend trotz sinkender Einspeisevergütung?

Doch wir zweifeln, trotz unseren Nachbarn aus Bayern und großen Freilandanlagen die wir Woche um Woche sehen. Menschen die sich zu weiten Teilen frei gemacht haben von der Abgabe an den Energieversorger. Wie ist das Gefühl seinen morgendlichen Kaffee mit selbsterzeugten Strom zu kochen? Haben Sie auch Lust die Rechnung des Stromlieferanten zu kürzen. Ich gebe Ihnen ein Rechenbeispiel (Annahme 3 Personenhaushalt):

Sie verbrauchen 4000 kWh an Strom. Jahr für Jahr. Die moderate Steigerung von 1 % ( es kommen immer mehr Elektrische Geräte dazu) vernachlässige ich an dieser Stelle. verbrauchen Sie in den kommenden 30 Jahren 120.000 kWh.

Diese Strommenge kaufen Sie für 29 ct*  bzw. in Summe 1160,00 EUR (34.800 EUR in 30 Jahren)**.  Wenn Sie heute in eine Photovoltaikanlage investieren und sagen wir mal ein 5 kWp Paket wählen, das entspricht 20 Module oder ca 33 qm, schaffen Sie es Ihren Verbrauch  zu 30 % (konservative Annahme die abhängig von Ihrem Verbrauchsverhalten sogar noch erhöht werden kann) selbst zu erzeugen.

Sie kaufen dann nur noch Strom für einen Preis von 70 % von 1160,00 EUR = 812 EUR ein.

Ihre Anlage erwirtschaftet einen Ertrag von ca.  492 EUR ***.

Ihre Nettostromkosten (Bruttopreise) reduzieren sich auf 320 EUR.

Stromkosten DURCH2 ! 320 EUR anstatt 1160EUR. Eine Einsparung von 840 EUR je Jahr.

Was ist Ihnen das Wert? Um Ihnen das vor die Augen zu führen, die Ersparnis (ohne Preiserhöhung für den zugekauften Strom) beträgt in den kommenden 30 Jahren 25.200 EUR. So lang und noch länger funktioniert die Anlage. Fairnesshalber muss aber sagen, das das EEG nur 20 Jahre gezahlt wird. Danach kommt ein Marktpreis für Strom zum tragen, der höher oder niedriger ausfallen kann.

Wieviel würden Sie ausgeben um morgens diese Gefühl beim Kaffee zu haben. Um Ihrer Frau und sich etwas zu gönnen?  Ein Wochenende zu zweit in Paris? Ihre Anlage bezahlt es Ihnen und das Beste, sie trägt sich sogar selbst.

Nun verrate ich Ihnen, das Sie für eine Anlage dieser Größe in etwa 10.000 EUR (brutto, inkl. 19 % MwSt = ca. 8.250 EUR netto) ausgeben müssen. Zur Erinnerung, Sie sparen jedes Jahr 840 EUR (brutto = ca. 706 EUR netto).

Bisher kostet Sie Ihr Stromverbrauch knapp 100 EUR im Monat (1160 EUR im Jahr). Nach der Investition in eine Photovoltaikanlage zahlen Sie nach Erstattung des eingespeisten Stroms nur noch ca 27 EUR.  Mehr als 70 EUR plus im Portemonnaie, jeden Monat.

Hatten Sie das erwartet? Nehmen Sie bitte Papier und Stift zur Hand und schreiben alle Gedanken auf die Ihnen nun aufkommen. Sehr gern lassen Sie mich teilhaben und senden mir einen Kommentar. Ich freue mich auf Ihre Überlegungen.

* wenn der Preis von heute, 2014, stabil bleibt

** Unter Betrachtung der letzen Jahre müsste eine Steigerung von 3% mit eingerechnet werden. Ich möchte es an dieser Stelle aber gern so einfach und nachvollziehbar wie möglich halten.

*** brutto,  900 kWh/ kWp bei 30 % Eigenverbrauch und einer Vergütung von 13,14 ct . Stand 05/14

Investition ins Sparen: Teil 1- wie finanzieren?!

TEIL 1 – Investition in Ihr Haus: Finanzierungsvarianten

Inhalt der Reihe Finanzen

TEIL 1 – Investition in Ihr Haus: Finanzierungsvarianten
TEIL 2 – Investition in Ihr Haus: Fördermöglichkeiten
TEIL 3 – Investition in Ihr Haus: Kalkulation und Kreditbedingungen

Mit jeder Jahresabrechnung kommt man nicht daran vorbei über eine Investition in sein Haus nachzudenken. Steigende Energiekosten, die Politik reformiert das EEG und die EU prüft eine Klage gegen Deutschland. Da fragen nicht nur Sie sich, ob Sie auch davon betroffen sind. Das Ziel mit den eigenen vier Wänden war doch Unabhängigkeit und Sicherheit. Doch diese nun entstandene Unruhe geht dennoch nicht an Ihnen vorbei! Müssen Sie reagieren? Was sind die Auswirkungen für Sie persönlich? Wieviel können auch Sie sparen? Wenn diese Fragen Sie umtreiben, dann lesen Sie in Ruhe weiter….

Je größer Ihre Rechnung desto größer die Möglichkeit der Einsparung.

Der Energiemarkt ist in Bewegung. Die Kosten für Energie auch und sie kennen nur eine Richtung. Steigende Preise sind das Resultat der Energiewende und dem Umgang der Politik damit. Diese Steigerungen werden getragen auf unser aller Schultern. Fazit: Von unserem Monatslohn geben wir immer mehr für Energie aus. Für Berufstätige ist die Steigerung noch zu verkraften. Schwieriger wird es mit Eintritt in die Rentenphase. Hier erfährt das Einkommen erstens keine weiteren Steigerungen und ist zweitens ansich geringer. Damit haben die Energiekosten an den Gesamtausgaben einen bedeutenden Anteil, schlimmer noch, dieser Anteil steigt.

Investition in Ihr Haus
Thomas Leuthard / Foter / Creative Commons Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

Hier möchte ich gern ansetzen und Ihnen Hilfestellungen bieten. Das Thema Rente und die Möglichkeiten die Sie haben um vorzusorgen behandle ich in einem anderen zukünftigen Blogpost. Im Folgenden möchte ich Ihnen Grundsätzliches zur Anschaffung einer Photovoltaikanlage auflisten. Fokus liegt dabei auf die Finanzierung der doch schon großen Investition. Dabei brauchen Sie sich aber nicht zwingend auf eine Photovoltaikanlage begrenzen. Investitionen können gleichsam in die Gebäudehülle, Dachdämmung oder ein energetisches Konzept wie Wärmepumpe oder Windkraftanlage erfolgen. Vereinfacht habe ich mich mit meinen Erläuterungen auf die Photovoltaikanlage konzentriert. Einerseits ist es ein ein sehr beliebtes, einfaches und abgrenzbares Produkt, andererseits haben die vorgestellten Institute ein eigenständiges Programm zur Photovoltaikfinanzierung.

Wenn Sie die großen Kostenpositionen in Ihrem Haus ausgemacht haben und nun die Lösung für Ihre Probleme angehen wollen, darf ich Ihnen schonmal gratulieren. Die meisten von uns geraten aber genau an diese Punkt an die Grenze der finanziellen Möglichkeiten.

Gut das es hier Banken und Programme gibt, die hier Unterstützung bieten.

In einen anderen Artikel werde ich Ihnen darstellen, worauf Sie beim Abschluss von Krediten und der Kalkulation achten sollten. Den verschiedene Programmen zur Finanzierung möchte ich mich ebenfalls widmen wie auch der steuerlichen Ausgestaltung. Bleiben Sie gespannt.

SolarHaus, Investition
Joseph D / Foter / Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.0 Generic (CC BY-NC-SA 2.0)

Welche Investitionsform die richtige für Sie ist nicht nur ein wirtschaftliche Entscheidung, Steuerberater und Ihr Bauch haben hier auch mitzureden. Grundsätzlich gibt es neben dem Barkauf die Möglichkeit einer Finanzierung oder dem Mietkauf.

Barkauf

Mit einem Barkauf erkaufen Sie sich Planbarkeit und Unabhängigkeit. Sie zahlen für die Investition und können Ihr Eigentum im vollen Maß nutzen. Das beste daran, Ihr Geld verliert nicht weiter an Wert, indem es aus auf dem Konto inflationären Vorgängen unterliegt. Baugold nennt man diese Investition landläufig. Damit zeigt sich wie wertvoll eine Anschaffung für das eigene Haus ist. Es hat nicht nur ideellen Wert, es erhöht einerseits den Wert der Immobilie und gilt andererseits als wertbeständiger (auch Gold wir eher in Krisenzeiten gekauft und gilt als sicherer Hafen) als z.B. Giroguthaben oder Barmittel.

Finanzierung

Eine Finanzierung ist gerade heute, bei geringen Zinssätzen, eine sehr wirtschaftliche Lösung für Ihre Investition. Hier steht Ihnen Ihre Hausbank in der Regel zur Seite. Mitunter ist es auch eine Variante die grünen Banken der Republik in Anspruch zu nehmen. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit folgt nun eine Liste:

GLS Gemeinschaftsbank eG

DKB Deutsche Kreditbank AG

Ethik Bank eG

Volksbanken- und Raiffeisenbanken eG

Umweltbank AG

Leasing

Wenn ein Leasingnehmer für ein Leasinggut (z.B. Photovoltaikanlage) eine monatliche Leasinggebühr an einen Leasinggeber zahlt spricht man von der eher im gewerblichen angesiedelten Finanzierungsform, dem Leasing. Das Leasinggut steht dabei nicht im Besitz des Leasingnehmers und sämtliche Kosten für Wartung, Betrieb und Instandhaltung sind vom Leasingnehmer zu tragen. Meist handelt es sich beim Leasing um die komfortabelste Variante der Finanzierung, was sich zumeist im Preis widerspiegelt.

Mietkauf

Immer öfter ist es eine weitere Variante die dem Käufer und Anlagenbetreiber in spe eine Investition in eine z.B. Photovoltaikanlage leicht macht. Es handelt sich dabei um einen Mietvertrag mit Option auf Kauf. Je nach rechtlicher Ausgestaltung steht im Vorfeld der Kaufpreis und die Anzahl der Mieten fest. Der Kaufvertrag beschließt das Mietverhältnis und es werden die bisher gezahlten Mieten in Abzug gebracht. Der Eigentumsübergang ist stets gesondert vereinbart und nicht immer als Option vereinbart. Es ist gerade bei Photovoltaikanlagen sinnvoll den Eigentumsübergang mit der Zahlung der Schlussrate zu vereinbaren. Dieser juristische Übergang beendet das Geschäft, bis dahin befindet sich die Anlage zur Nutzung im wirtschaftlichen Eigentum und die Investition muss im Anlagevermögen aktiviert werden. Im Privaten spielt das Ganze eher eine untergeordnete Rolle.

Ich hoffe Sie nun nicht überfordert zu haben mit den vielen Varianten. Zugegeben vollständig ist die Darstellung nicht, es gibt noch zahlreiche Zwischenformen wie z.B. das Sale und Lease Back. Diese sind im Privatkauf aber unbedeutend und deswegen möchte ich Sie hier unbeachtet lassen. Welche nun die für Sie Beste ist, liegt bei Ihnen.

Zinsen und Inflation auf dem Tiefpunkt?Investition jetzt
Bankenverband – Bundesverband deutscher Banken / Foter / Creative Commons Attribution-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-ND 2.0)

Bei Ihrer Entscheidung für die richtige Variante sollten Sie sich Fragen stellen, die Ihre Vorlieben abgrenzt.

Wie hoch sind die Zinsen auf Ihrem Girokonto? Wieviel höher sind die Erträge mit Investition?

Können Sie einen Bausparer in Anspruch nehmen? Zu welchem Zins finanziert die Bausparkasse?

Wie hoch sind die Kosten/ Disagio? Ist dieses Angebot marktgerecht? Günstig ?

Wie hoch ist der Barwert der Finanzierung? Ist es wirtschaftlich besser zu finanzieren oder bar zu kaufen?

Haben Sie nach der Investition noch die gewünschte Liquidität? Wie hoch sind die Einsparungen?

Ich hoffe Sie konnten alle Fragen zufriedenstellend beantworten. Wenn ich Ihnen hier Hilfestellung geben kann, lassen Sie es mich wissen. Eine Frage zu vom Anfang beantworte ich bereits an dieser Stelle. Die Einsparung an Energiekosten können bei Ihnen mehr als 50 % betragen. Unseren Kunden halbieren wir in der Regel die Energiekosten – durch2, der Name ist Programm.

Für weitere Fragen und Antworten erreichen Sie mich via Email unter durch2@md-ek.de. Vielen Dank das Sie meinen Worten gefolgt sind. Folgen Sie mir auch in den weiteren Teilen 2 und 3.

Inhalt der Reihe Finanzen

TEIL 1 – Investition in Ihr Haus: Finanzierungsvarianten
TEIL 2 – Investition in Ihr Haus: Fördermöglichkeiten
TEIL 3 – Investition in Ihr Haus: Kalkulation und Kreditbedingungen

Ohne eigene Photovoltaikanlage geht es nicht mehr?!

Die Photovoltaikindustrie hat in den letzten Jahren einen Boom erlebt. 2012 war ein Rekordjahr, noch nie wurden soviele Anlagen installiert. Doch die sonnigen Zeiten scheinen vorbei zu sein. Heute wird Sie als Kostentreiber gebrandmarkt. Dabei ist sie gerade für Hausbesitzer die Lösung für mehr Unabhängigkeit und Sicherheit. Nach dem Preisrückgang der letzen Jahre ist eine Photovoltaikanlage für viele erschwinglich und hilft Familien sofort Geld zu sparen. Lohnt sich eine Investition ins eigene Heim? Wie wird der Strompreis von morgen sein und wie soll man all das bezahlen ?

 

 

Photovoltaikanlage
Photovoltaikanlage mit LG Solar in Goldbach << Photovoltaik in


 

Schwarzmalergeschwätz

Das heutige Thema berührt den Bereich Energie sparen nur ansatzweise, denn heute geht es mir darum, Ihnen darzustellen wie groß die Vorteile einer Photovoltaikanlage sind. Denn immer wieder muss ich erfahren dass hier große Wissenslücken bestehen und die Polemik der Lobbyisten der “ Großen Vier “ ( 50Hertz, ENBW, Tennet, Amprion) sehr erfolgreich ist. Gerade in der jetzigen Zeit, kurz vor Änderung des EEG, schwelt die Debatte um die Einspeisevergütung erneut hervor. Es werden Ängste um eine Stromsteuer geschürt und dem Volk glaubhaft vermittelt das es keine Einspeisevergütung mehr gibt. Diesem Thema widmete ich mich in einem extra Artikel. Seien Sie gespannt. An dieser Stelle nur soviel, es gibt weiterhin eine Einspeisevergütung und es lohnt sich auch weiterhin. Vor allem deswegen, weil die Einspeisevergütung für die meisten Anlagen keine Bedeutung oder nur eine nachrangige Bedeutung hat. Das Augenmerk hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit liegt hier ganz klar auf dem Eigenverbrauch. Der Energie, die Sie selbst für sich erzeugen und direkt verbrauchen.

 

Sind Sie noch im Grundtarif?

Heute möchte ich Ihnen darstellen wie vorteilhaft sich dieser auf Ihre Haushaltskasse auswirkt. Auch wenn davon auszugehen ist, das 2015 die EEG Umlage sinkt, heißt das noch lange nicht, das auch Ihr Strom billiger wird. Seit Einführung des EEG wird Strom immer günstiger, doch Ihr Strompreis steigt und steigt. Sie haben von der Energiewende nichts, ausser Sie machen Ihre Eigene. Damit sie meinen Berechnungen folgen können, empfiehlt es sich, das Sie jetzt Ihre Jahresabrechnung für ihren Strom heraussuchen. Wenn Sie das getan haben, können wir mit den Grundlagen und Begrifflichkeit der Branche starten.
Sie haben ihre Abrechnung von Ihrem Stromlieferanten bekommen – gleich ob YellowStrom, EON, eprimo oder wie sie alle heißen, denn seit 1998 ist der Strommarkt liberalisiert. Für Sie bedeutet das, dass Sie Ihren Stromanbieter frei wählen können. Dabei ist es unerheblich welchem Verteilnetzbetreiber die Leitung zu Ihnen und der Zähler gehört. Der Verteilnetzbetreiber, in Deutschland gibt es ca 900 die Nieder- und Mittelspannungsnetze betreiben, beliefert Sie schlussendlich mit Strom. Strom von Ihrem Anbieter, dem folgerichtig das Netz nicht gehören muss und den Sie frei wählen dürfen. Nein das ist nicht ganz richtig, sie müssen ihren Stromanbieter frei wählen, den hier steckt die erste Kostenfalle. Wenn sie keinen Versorger wählen, werden sie im Grundversorgungstarif automatisch angemeldet, das ist mit Abstand der Teuerste. Wer sich an dieser Stelle ertappt fühlt, darf hat dieser Stelle das Weiterlesen unterbrechen. Sie haben ab sofort eine Aufgabe mit höchster Priorität. Öffnen Sie Ihren Browser und gehen Sie ohne Umwege auf Verifox, www.check24.de oder ein anderes Vergleichsportal und ändern Sie Ihren Stromanbieter und Stromtarif.

Puh geschafft! Schon haben Sie mit einer kleinen Aufwand mehrere hundert Euro gespart, wie fühlt sich das an? Alle diejenigen unter uns, die dies bereits im Vorfeld erledigt haben können sich hier sicher einfühlen. Unglaublich ist der Preisunterschied vom Grundversorgungstarif zu einem selbst gewählten Tarif. Ich selbst habe mir fast 300 EUR erspart. Einen Hinweis möchte ich Ihnen an dieser Stelle geben: Um die Gefahr eines Ausfalls zu begrenzen, sollten Sie auf Vorauszahlungstarife verzichten. Schmerzlich haben viele private Kunden ihre Vorauszahlungen bei den Insolvenzen von TelDaFax, Löwenzahn Energie bzw. Flexstrom verloren.

 

Die Kosten im Blick

Doch nun zurück zum Thema, denn eigentlich wollte ich Ihnen erklären worin der Vorteil einer Photovoltaikanlage liegt. Die größten Vorteile liegen sicherlich in der Sicherheit Ihrer eigenen Energieversorgung und der Risikominimierung ihrer Finanzierung bzw. wirtschaftlichen Gesamtsituation. Als Hausbesitzer haben Sie sehr wahrscheinlich Ihre Kosten im Blick: Denn in der Regel zahlen Sie noch einen Kredit an Ihre Bank zurück. Daneben zahlen Sie an Ihre Gemeinde für Grundsteuer und Müll. Der dritte große Betrag betrifft meist die Energiekosten. Dazu zählt neben Wasser und Wärme vor allem der Strom. Je nach Ausstattung Ihrer „eigenen vier Wände“ und Heizungsvariante kommen hier schnell mehrere hundert Euro im Monat zusammen. Da kommt eine Photovoltaikanlage gerade recht, denn die damit erzeugte Energie können Sie direkt selbst verbrauchen und müssen weniger Energie bei Ihrem Versorger einkaufen. Natürlich spielt im Eigenheim nicht nur die Photovoltaik eine Rolle. Auch Mini BHWK’s, Solaranlagen, Kleinwindanlage oder Brennstoffzellen sind Quellen für eigenen Strom und dürfen an dieser Stelle nicht vergessen werden. Deren Einsatz ist aber meist aufwendiger hinsichtlich Beantragung, Standortanalyse und Genehmigung, Planung und Umsetzung. So richtig einfach ist nur die Photovoltaik. Die Anlage wird durch das EEG staatlich gefördert und ist längst keine Technikkram für  Geeks mehr.

Machen wir uns dieses Thema mal greifbar, bitte haben Sie dabei Verständnis, dass ich für die Veranschaulichung vereinfachte Zahlenbeispiele nehme. Auch möchte ich nicht zu spezifisch auf die Anlagengröße und Energiebedarf eingehen, denn das ist auch nicht notwendig. Die folgende Rechnung ist skalierter und somit auch auf Sie anwendbar. Dabei gilt, je größer Ihr Energiebedarf ist, desto größer ist der Nutzen eine Photovoltaikanlage und die damit verbundene Einsparung.

 

Annahmen:

  • Verbrauch 4.177 kWh
  • Einkaufspreis pro kWh: 0,2873 EUR
  • Jahresausgaben : 1.200 EUR
  • Photovoltaikanlage: 5.50 kWp
  • erzeugte Energie: 4.400 kWh
  • EEG Vergütung (07/14): 0,1288 EUR
  • Kosten PV Anlage: 8.000 EUR
  • Kosten Speicher: 10.000 EUR

 

Wieso den Strom nicht selbst erzeugen?

Zurück zur Praxis. Auf Ihrer Jahresabrechnung finden Sie die Summe ihrer Ausgaben für Strom. Bei einem Drei Personen Haushalt werden hier wahrscheinlich 1200 EUR oder mehr im Jahr für Strom fällig, das sind im Monat ca. 100 EUR. mit einer Photovoltaikanlage können Sie nun ca. 33 % Ihres Strombedarfs selbst decken. Das ist weniger als Sie erwartet haben? Das liegt vorrangig daran dass sie wahrscheinlich nicht den ganzen Tag zuhause sind und die Anlage über den Tag hinweg unterschiedliche Strommenge produziert, ganz geschweige von der Produktion im Jahresverlauf. Ich meine es leuchtet jeden ein, dass abends wenn das Essen gekocht wird bzw. die Lichter eingeschaltet werden der größte Stromverbrauch stattfindet wobei zeitgleich die Sonne nicht mehr scheint und die Anlage keinen Strom mehr generiert. Das Gleiche gilt für den Jahresverlauf. In den kalten Jahreszeiten sind wir in der Regel öfter und länger Zuhause, die Stromproduktion ist durch den niedrigen Stand der Sonne aber eher gering. Fazit : Ein Drittel von 1200 € sind ca. 400 €, die Sie im Jahr sparen.

Photovoltaikanlage
Haus von oben 2

 

 

Diesen Wert können Sie leicht erhöhen, indem Sie einen Energiespeicher installieren. Mit einem Energiespeicher können Sie wahrscheinlich einen Eigenverbrauchsanteil von ca. 66 % erreichen. Die 66 % sind zwei Drittel und damit ca. 800 € jährliche Einsparung.

 

 

 

 

 

 

 

Die Abrechnung

Dazu kommt eine Vergütung nach dem Erneuerbaren Energien Gesetz für die nicht selbst genutzte und folglich eingespeiste Energie. In der Variante ohne Speicher sind es 67 % (100% -33 % Eigenverbrauch) erzeugte Energie die sie nach dem EEG vergütet bekommen. Bei unserem Beispiel sind das ca 3000 kWh und ca. 390 EUR im Jahr. (12,88 ct für Anlagen kleiner 10 kWp und Inbetriebnahme im Juli 2014).

Wenn sie mitgerechnet haben, stellen sie fest, das Sie einerseits 400 EUR gespart und für ca. 390 EUR Energie verkauft haben. Ihre Nettokosten für Strom haben sich auf ein Drittel oder anders gesagt auf 410 EUR von ursprünglich 1200 EUR reduziert.

Wenn Sie einen Speicher installieren, wird die Rechnung noch besser. Sie ersparen sich den Einkauf von zwei Drittel Ihres bisherigen Stromeinkaufs (800 EUR) und bekommen für ein weiters Drittel eine Einspeisevergütung von ca 170 EUR. Das sind in Summe 970 EUR.

Hinzu kommt, das Sie auch dann noch Strom haben, wenn der Versorger nicht mehr liefert, zB. bei einem Stromausfall. Sie werden ein stückweit unabhängiger.

Ich fasse die Erkenntnisse nochmals zusammen:

  1. Es noch immer die EEG Förderung, besser noch diese gibt es bis zur Fördergrenze von 52 GW installierter Leistung (33,73 GW am 31.12.2013)
  2. Photovoltaik lohnt sich !
  3. Photovoltaik erspart Kosten und sichert die Versorgung.
  4. Photovoltaik macht Sie unabhängiger
  5. auch nach der Änderung lohnt sich Photovoltaik – die Stromsteuer soll 40 % der EEG Umlage betragen (ca 2 ct) und gilt ab Anlagen größer 10 kWp.
  6. Eine Photovoltaikanlage sichert Ihre Finanzierung.

 

Wo soll das alles noch hin führen ?

Gerade der letzte Gedanke liegt mir am Herzen. Die Preise für Strom sind vom in den letzen zehn Jahren um ca 0,11 EUR gestiegen (jährlich 5,27 %). Diese Behauptung basiert auf Werten von Wikipedia wo sich ab 1998 Aufzeichnungen finden (17,19 Cent/kWh brutto – Strompreis im Jahr 2003, 28,73 Cent/kWh -Strompreis im Jahr 2013). Wenn diese Entwicklung auch nur in abgeschwächter Weise weitergeht, steigen Ihre Ausgaben für Energie weiter. Bei der eingangs gewählten Basis von 1200 EUR sprechen wir immerhin von weiteren ca 63 EUR an zusätzlichen jährlichen Kosten. Geld was in Finanzierungsraten z.B. sicherlich besser angelegt wäre. Spielt man dieses Szenario für weitere 10 Jahre durch auf der Basis der o.g. Vergangenheit beträgt der Strompreis 2023 in etwa 48,02 ct/kWh und die 1200 EUR jährliche Stromkosten erhöhen sich unter dieser Annahme auf 2013 EUR. Eine Steigerung von 747 EUR (2003) auf 2013 EUR (2023). Auch wenn 20 Jahre eine lange Zeit ist, so ist dieser Betrachtungszeitraum für Investitionen ins eigene Heim nicht ungewöhnlich, wenn man beispielsweise die Heizungsanlage, das Dach oder die Fenster her nimmt.

Sie können das Geld auch anders verwenden, oder? Sie müssen niemanden dafür bezahlen, das er Ihnen Strom liefert. Produzieren Sie ihn selbst.

Ich hoffe ein paar Denkanstöße geliefert zu haben und freue mich auf Ihr Feedback. Erzeugen Sie bereits Ihren eigenen Strom und sind glücklich damit? Haben Sie Fragen zur Berechnung?

Lassen Sie mich wissen was Sie bewegt und schreiben mir eine Email an durch2@md-ek.de.

Ihr Christian Schönfelder

 

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